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  1. Zur Intermedialität des Papiertheaters : die Papierbühne des 19. Jahrhunderts im Kontext visueller Unterhaltungskünste


    URL/Identifizierer http://www.massenmedien.de/papier/thiele.htm
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Aufsätze aus Zeitschriften / Sammelbänden>>
    UrheberThiele, Jens
    Veröffentlichungsdatum1998
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmvorführung
    Beschreibung "Mit der Ausbreitung der optischen Künste und Vergnügungen im 19. Jahrhundert zeigte sich im Zuge gesellschaftlich-ökonomischer Veränderungen und optisch-technischer Erfindungen eine neue Faszination an der Intensivierung sinnlich-ästhetischer Erfahrungen durch Lenkung, Schärfung und Täuschung des Blickes. Vielfältige Weiterentwicklungen im Verlauf der Kulturgeschichte des Sehens führten sowohl zu öffentlichen, repräsentativen Medienphänomenen wie Panorama und Diorama als auch zu einer Privatisierung der medialen Wahrnehmung in der bürgerliche Stube, so z.B. durch magische Laternen im Spielzeugformat, Wunderscheiben, Bilderbögen, aufklappbare Theater-Bilderbücher, Verwandlungsbücher oder Papiertheater-Bögen. Erweiterung und Intimisierung des Blickes waren gleichermaßen Ausdruck neuer Sehbedürfnisse im bürgerlichen Zeitalter. Das Papiertheater war in diesem intermedialen Kontext ein Unterhaltungsmedium unter vielen, das über Illustratoren (u.a. Oskar Pletsch und Franz Graf Pocci), bildnerische Stile, Verlagsprogramme (Schreiber, Eßlingen und Scholz, Mainz) sowie über eine sich entwickelnde Bildindustrie eingebunden war in das Ensemble großer und kleiner Medien, öffentlicher und privater Vorführungen, angesiedelt zwischen Theater und Film, zwischen Bilderbogen, Guckkasten und Spielzeug. Unstrittig ist, daß das Papiertheater seine wesentlichen Bezugspunkte und Inspirationen für Bühneninszenierungen zwar im großen Theater fand, aber doch spezifische Inszenierungsformen entwickelte, die verknüpft waren mit den vielen anderen visuellen Unterhaltungskünsten des 18. und 19. Jahrhunderts, deren Erscheinung und Bedeutung heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Die folgenden Untersuchungen zu Inszenierungsformen des Papiertheaters fokussieren solche ästhetischen Merkmale und Phänomene, die als intermedial bezeichnet werden können, da sie in ganz verschiedenen Medien des 19. Jahrhunderts sichtbar wurden, wenn auch in jeweils genrespezifischer Form. Trotz der Traditionslinie, in der das Papiertheater als großes Theater en miniature steht, erweist es sich unter dem hier eröffneten Blickwinkel als medialer Ort, an dem ästhetisch verdichtete Sehbedürfnisse der Zeit in vielschichtiger Form zusammentreffen. In welchen Wechselbeziehungen stand nun die Inszenierung der Papiertheaterbühne zu denen populärer Medien wie Panorama, Diorama, Laterna Magica und zu Vorläufern des Films?" (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturBewegungseindrücke durch Stimmungswandel - Bezüge zum Diorama; Dissolving pictures - Die Nähe zur Laterna Magica; Plötzlichkeit als mediale Erfahrung; Der Bildphasenwechsel als ,filmisches' Prinzip; Wie im wirklichen Leben; Montageprinzipien auf der Papierbühne; Anmerkungen
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Filmtheater, Filmvorführung
    RVK FWAP 44900; AP 45000; AP 57000
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Historische, geografische, personenbezogene Behandlung
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher BezugNeuzeit, 1500 – 1899>>19. Jahrhundert, 1800 - 1899>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1900 - 1919>>
    SpracheDeutsch
    Anmerkungen zur Ressourceaus: Doris Weiler-Streichsbier (Hg.): "Es ist nichts, nur Papier, und doch ist es die ganze Welt" (Peter Høeg). Papiertheater aus der Sammlung Helge Schenstrøm. Katalog zur Ausstellung im Landesmuseum Oldenburg vom 6. September 1998 bis 28. Februar 1999. (Kataloge des Landesmuseums Oldenburg, Bd. 10) ISBN 3-930537-07-9