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  1. Die Stunde der Verlierer : Attributionsprozesse zum Ergebnis der Bundestagswahl 2002 in den Medien und beim Publikum


    URL/Identifizierer http://opus.kobv.de/hff/volltexte/2006/8/pdf/TennertDiss.pdf
    Identifizierer alternativurn:nbn:de:kobv:po75-opus-86 URN; http://opus.kobv.de/hff/volltexte/2006/8/ URL
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Hochschulschriften>>
    UrheberTennert, Falk
    Verleger Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam, Hochschulbibliothek
    Veröffentlichungsdatum2005
    Umfang 286 S.
    Schlagworte FWFilm; Fernsehen; Politische Kommunikation
    Beschreibung "Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach der politischen Deutungsleistung der Massenmedien. Dies wird am Beispiel von Attributionsprozessen zum Ergebnis der Bundestagswahl 2002 untersucht. Die Zuschreibung von Erfolg und Misserfolg zählt zu den grundlegenden Dimensionen der medialen Politikdarstellung. Diese Qualitäten stellen aber keine Eigenschaften der Ereignisse selbst dar, sondern sind Zuschreibungen durch Beobachter. In zunehmendem Maße bestimmen Medien die Deutung von Ereignissen. Sie unterbreiten Angebote, um Ursachen zu erklären, Verantwortlichkeiten zu benennen und Lösungen zu identifizieren. Vor diesem Hintergrund gewinnen Attributionen zunehmend an Bedeutung für die Kommunikationswissenschaft. Ausgangspunkt sind die Attributionsheorien von Harold H. Kelley und Bernhard Weiner. Beide Ansätze widmen sich der Zuschreibung von Ursachen in Abhängigkeit von Informationen, die einem Beobachter zur Verfügung stehen und beschreiben Prozesse der sozialen Urteilsbildung. Die Anwendung auf mediale Kommunikation ist bisher eher selten, obwohl die Erklärung
    von politischen Ereignissen und Prozessen zu den wichtigen Funktionen des Journalismus gehört. Zentral für die Untersuchung ist der Nachweis von Funktionen und Strukturen öffentlicher Attributionen. Damit richtet sich die Untersuchung auf die Erweiterung des Wissens über die Interpretationsleistungen der Medien und deren Vorgehensweise bei der Konstruktion von politischer Realität. Vor diesem Hintergrund werden Attributionsprozesse im Kontext kommunikationswissenschaftlicher Theorien verortet. Die empirische Prüfung erfolgte einerseits über eine Inhaltsanalyse der Fernseh- und Printberichterstattung zum Ergebnis der Bundestagswahl 2002, andererseits erfasst eine Befragung
    die Ursachenerklärungen durch das Publikum. Es zeigte sich, dass die Misserfolge der Parteien im Zentrum der Berichterstattung stehen. Die Beziehung zu Befunden der Nachrichtenwertforschung ist offenkundig. Allerdings tritt kaum der typische Effekt des self-serving-bias auf, wonach Erfolg internal und Misserfolg external erklärt wird. Das Wahlergebnis aktiviert unabhängig von seiner Valenz bei Politikern und Journalisten in erster Linie internale Ursachenerklärungen. Dieser Effekt wird als internal-bias bezeichnet. Der Seriositätsdruck der Öffentlichkeit zwingt die politischen Akteure dazu, den eigenen Misserfolg auch mit eigenen Fehlern zu erklären. Zusammenhänge zwischen der Mediennutzung und den Attributionen durch das Publikum sind schwach, aber signifikant ausgeprägt. Sie können dennoch kausal als Medienwirkung interpretiert werden. Wesentlich stärker ist die Abhängigkeit der individuellen Attributionen von der eigenen Parteienwahl. Dies kann als Bestätigung des self-serving-bias gelten. Befragte erklären den Wahlerfolg der von ihnen gewählten Partei durch internale Merkmale, während Misserfolg widrigen Umständen zugeschrieben wird. Diese gruppenbezogenen Attributionsmuster des Publikums ermöglichen eine positive Bewertung der den Befragten nahe stehenden
    Parteien. Die Ergebnisse der Untersuchung machen deutlich, dass die einzelnen Sprechergruppen
    (Politiker, Journalisten und Wähler) aktiv in den Deutungsprozess eingreifen und das Wahlergebnis selbstwertrelevant interpretieren." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturEinleitung; Politische Kommunikation; Theoretischer Ansatz: Attributionstheorien; Attributionen unter Öffentlichkeitsbedingungen; Fragestellungen und Hypothesen; Untersuchungsdesign und methodisches Vorgehen; Ergebnisse; Der Attributionsprozess in der Medienberichterstattung; Ergebnisse der Befragung: Ursachenerklärungen zum Ergebnis der Bundestagswahl 2002; Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen; Literaturverzeichnis; Anhang
    Themen FWFilm>>Beziehungen, Ausstrahlungen, Einwirkungen
    RVK FWAP 46800; AP 47000
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Personen
    geographischer BezugEuropa, Westeuropa>>Mitteleuropa, Deutschland>>
    zeitlicher Bezug21. Jahrhundert, 2000 – 2099>>2000 - 2009>>
    SpracheDeutsch