ViFa medien buehne Film Logo  Film ViFa medien buehne film Logo

  1. Nach dem Film No 8 : Foto-Kino


    URL/Identifizierer http://www.nachdemfilm.de/content/no-8-fotokino
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Selbständige Veröffentlichungen>>; Elektronische Volltexte & Multimedia>>Sonstige Volltexte / Multimedia>>
    Verleger Nach dem Film
    Veröffentlichungsdatum2005
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmanalyse; Filmästhetik; Filmtheorie; Filminterpretation -> Interpretation Film; Intermedialität; Photographie
    Beschreibung "Was will das Kino von der Fotografie? Was sucht es in ihren Bildern, was in ihren Gesten und Verfahren, warum interessiert es sich für ihre Gebrauchsweisen, und zu welchen Erzählungen findet es, um sein Verhältnis zu ihr zu bestimmen? Nach wie vor nämlich gibt sich das eine Medium mit dem anderen ab, werden auf der Leinwand Geschichten erzählt, in denen Fotografen, fotografische Tätigkeiten und nicht zuletzt Fotos selbst eine Rolle spielen, die nie ganz dieselbe ist, aber in ihren wechselnden Modifikationen eine anhaltende Faszination bezeugt. Dass der Faszination immer ein Moment des Unbehagens beigemischt ist, zeigt sich nicht zuletzt in der Typologie ihrer Vertreter. In der Geschichte des Kinos hat die fotografische Profession ihren festen Platz, haben die Männer und Frauen mit der Kamera ihre Auftritte als Voyeure, Ermittler, Zeugen gehabt, hin und wieder auch als Täter- oder Künstlerfiguren oder als Charaktere, in denen sich die Kennzeichnungen vermischen. Experten der Beobachtung sind sie allesamt, aufmerksam, zudringlich, obsessiv und keinesfalls geeignet, ein ungebrochenes Bild des apparativ vermittelnden Sehens zu entwerfen. Eher ruft die fotografische Aktivität Irritationen hervor, die manchmal flüchtig sind und manchmal tödlich, und die hier in einer Reihe von Spielarten untersucht werden. Was heißt Fotografieren? Dort, wo es auf der Leinwand – bisweilen auch: auf dem Bildschirm – stattfindet, könnte man sagen: Fotografieren heißt mediale Historiografie zu betreiben (Schröter, Sykora), genealogische Bezüge zu reflektieren (Nowak/Ubl, Störmer), Zäsuren zu markieren (Ries, Peters, Pauleit), eine Erscheinungsform des technischen Bildes gegen eine andere zu setzen (Gerling), einen Medienumbruch einzuleiten oder zu begleiten (Diekmann). Aus der Perspektive der Figuren, denen die Vorführung der Fotografie aufgegeben ist, bedeutet es hingegen: Gedächtnisarbeit zu leisten (Pauleit), investigativ tätig zu werden (Schröter, Störmer), teilzuhaben an der Existenz und dem Leben anderer Personen (Diekmann, Nowak/Ubl), eine Vorstellung von Referenz zu entwickeln (Peters), Beweise zu produzieren (Nowak/Ubl, Ries), sich dem Verstreichen der Zeit entgegenzustellen oder es zu dokumentieren (Gerling, Sykora). In der Verschränkung dieser Perspektiven, der Überblendung von Theoremen und Erzählungen, die indes nie vollständig ineinander aufzulösen sind, entwickelt das FotoKino seine Geschichten. Ein Moment, das sich für jede der Geschichten als prägend erweist, ist die etwas unheimliche Insistenz des fotografischen Bildes, die von seiner faktischen Beweiskraft (was zeigt es wirklich? – und ist dem Gezeigten zu vertrauen?) weitgehend unabhängig scheint. Gleichgültig, ob es als Fetisch, Fremdkörper, Störfaktor oder Verweisobjekt in den Film eingeschaltet wird, ob es stumm bleibt oder beredt gemacht werden kann: Dem Foto eignet etwas Enigmatisches, Widerständiges noch dort, wo seine Beziehung zu den Bildern, die es umgeben, scheinbar geklärt ist und man ihm einen festen Platz in der jeweiligen Filmerzählung zugewiesen hat. Um dieses mediale Enigma und die Frage nach seiner Bedeutung für das Verständnis des Kinos ordneten sich die neun Beiträge der Tagung FotoKino, die mit freundlicher Unterstützung der Freunde der Deutschen Kinemathek Berlin, des Studiengangs Europäische Medienwissenschaft in Potsdam, des Studiengangs Kunstwissenschaft/Kunstpädagogik der Universität Bremen und des Graduiertenkollegs Repräsentation-Rhetorik-Wissen vom 18.-20. November 2004 im Berliner Kino Arsenal stattfand. Die Universität Bremen hat die Publikation der Beiträge durch eine großzügige Förderung ermöglicht, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturStefanie Diekmann: Post-Fotografie. Mark Romanek, "One Hour Photo"; Jens Schröter: Zur Intermedialität von Fotografie und Film in Orson Welles' "Citizen Kane"; Marc Ries: Von der Katastrophe des Glücks. Fotografie und Film in Louis Malles "Ascenseur pour l'échafaud"; Lars Nowak, Ralph Ubl: Mother's Little Nightmare. Zur Rolle der Porträtfotografie in David Lynchs "The Elephant Man"; Winfried Gerling: Verstärker. Fotografie im Musikvideo; Fabian Stoermer: Unschuldige Beweise. Michelangelo Antonioni, "Blow up", Peter Greenaway, "Der Kontrakt des Zeichners"; Katharina Sykora: HinterKöpfeSchauen. Für ein selbstbewusstes FotoKino; Kathrin Peters: Orte im Off. Zum Fotografischen in Angela Schanelecs "Marseille"; Winfried Pauleit: Fotografie als Argument. Vom fixierenden Beweismittel zum diskursiven Möglichkeitsraum: "Sunrise", "Les 400 coups", "Memento"
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Einzelne Filme (Sekundärliteratur)
    RVK FWAP 44400; AP 45000; AP 45400; AP 59800
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Historische, geografische, personenbezogene Behandlung; Personen
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher Bezugzeitlich übergreifend / unabhängig>>
    SpracheDeutsch