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  1. Nach dem Film No 4 : Tränen im Kino


    URL/Identifizierer http://www.nachdemfilm.de/content/no-4-tr%C3%A4nen-im-kino
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Selbständige Veröffentlichungen>>; Elektronische Volltexte & Multimedia>>Sonstige Volltexte / Multimedia>>
    Verleger Nach dem Film
    Veröffentlichungsdatum2002
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmtheorie; Zeitschrift; Rezeption
    Beschreibung "Wohl jedeR hat im Kino schon einmal geweint – aus Mitleid, Freude oder Rührung; über ein dramatisches Ereignis, eine tragische Figur oder auch einen mit Musik unterlegten Schwenk über eine Landschaft. Tränen zeigen sich in verschiedensten Ausprägungen – sie gehören zu unseren offenkundigsten leiblichen Kino-Erfahrungen. In Theorien des Kinos und Texten zum Film aber bleiben sie merkwürdig unberücksichtigt. Nach dem Film begibt sich – inspiriert durch Gertrud Kochs Eröffnungsrede für das neue Kino "Arsenal" in Berlin – auf die Spuren der Tränen in Film und Medien. Tränen werden in vielfältigen Spannungsfeldern situiert: Wenn sie plötzlich an einem Ort stattfinden, an dem sie sonst nichts zu suchen haben, sind sie unerwartetes Ereignis eines Momentes. (Stauff) Sie erwecken gleichzeitig Genuss wie Peinlichkeit. Tränen stehen für Inkommunikabilität und werden im stillen Kämmerlein (oder im dunklen Raum des Kinos) vergossen; oder aber sie dienen gerade der Kommunikation, fordern zur Reaktion und zur Auslegung auf. Ist es das Leiden am unerfüllbaren Begehren, so dass Tränen zur Affekt-Abfuhr und Entleerung vergossen werden? (Decker) Oder aber füllen sie gerade eine im Zuge moderner Coolness entstandene Leere, indem sie Sinn und Eindeutigkeit geben? (Deterding) Im Weinen wird die Kontrolle über den Körper verloren, er fliesst über, entgrenzt sich und löst sich auf – gleichzeitig werden Tränen in der Performance der SchauspielerInnen bewusst ausgeführt. Tränen können als wahrhaftiger Ausfluss der Seele begriffen werden, aber auch als Fake, in dem uns etwas vorgespielt wird. Darum wecken sie manchmal distanzierte Neugier und das Bedürfnis, sie genauestens zu inspizieren und herauszubekommen, ob sie authentisch oder gefälscht sind. (Morsch) Wenn die Grenzen zwischen SchauspielerIn und Filmfigur durchlässig werden, ist nicht mehr klar: Spielt die Schauspielerin sich selbst oder eine Figur und wer weint eigentlich? (Streiter) Sind wir mit den Tränen dem Besonderen von Film und Kino auf der Spur? Oder steht das melodramatische Kino nicht in einer Reihe mit anderen Medien der sentimentalen Unterhaltung? (Kappelhoff) Das Spezifische an den Tränen im Kino aber scheint zu sein, dass sie auf den Status kinematographischer Realität zielen. (Fliescher) Wie erscheinen Tränen im Übergang vom Film zur ZuschauerIn – im Übergang von den Tränen zum Weinen? Macht uns das Mitleiden weinen – Mimesis also? (Döring) Besonders Kindertränen rufen unser Mitleid hervor. (Ott) Die Erinnerung, mit der das Weinen verknüpft ist, kann durch den Einsatz von Musik angerührt werden. (Rahman) Manchmal schlägt Weinen auch ins benachbarte Lachen um und man landet beim Affekt der Filmwissenschaft. (Schlüpmann) Das Weinen im Kino scheint kein einmaliges Ereignis, sondern mit demselben Film unendlich wiederholbar zu sein. (Weinerlebnisse im Tear Watch) In den hier versammelten Beiträgen kann beobachtet werden, wie das Körper-Phänomen der Tränen in die vielfältigen Formen des Diskurses, in die Ordnung der Rationalität, eintritt. Manchmal ähneln sich die Tränen, manchmal sehen sie ganz unterschiedlich aus. In den Erlebnisberichten der ZuschauerInnen zum Beispiel scheinen sie auf andere Weise auf, als in den Annäherungen der eher wissenschaftlichen Beiträge. Zu fragen wäre, ob der Tränenfluss überhaupt angehalten, fixiert und durchdekliniert werden kann? Oder entzieht sich das Weinen dem Diskurs und blitzt nur manchesmal durch die Texte hindurch auf oder zieht wie ein Schauer kurz vorüber - wie die Tränen selbst?" (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturMarkus Stauff: Sampras weint. Tränen als Ereignis im Fernsehsport; Anja Streiter: Die Frau, die weint La Femme qui pleure - ein Film von und mit Jacques Doillon; Tobias Döring: Mimetisches Beweinen. Zur Wirkungsgeschichte fiktionaler Tränen; Hermann Kappelhoff: Tränenseligkeit. Das sentimentale Genießen und das melodramatische Kino; Michaela Ott: Der Fall der Tränen. Eine kulturgeschichtliche Annäherung an den Auflösungs-Affekt; Sebastian Deterding: Lightleid. Fight Club, Magnolia und die tränenreiche Sehnsucht nach Eindeutigkeit; Thomas Morsch: Mascara Meltdown. Über heisse Tränen und kalte Blicke; Mira Fliescher: Um Jenny / Jennifer weinen. Kinematographische Szenen; Nora Abdel Rahman: Von Tränen und tauben Ohren. Über das Hören im Kino: ein seltsames Paradox; Heide Schlüpmann: Traurige Wissenschaft?; Christof Decker Stummes Leid im weepie. Das weibliche Melodrama in den frühen Jahren des amerikanischen Tonfilms
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Filmpublikum
    RVK FWAP 44400; AP 45000; AP 57800
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Historische, geografische, personenbezogene Behandlung; Personen
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher Bezugzeitlich übergreifend / unabhängig>>
    SpracheDeutsch