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  1. Nach dem Film No 3 : Video und Überwachung


    URL/Identifizierer http://www.nachdemfilm.de/content/no-3-video-und-%C3%BCberwachung
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Selbständige Veröffentlichungen>>; Elektronische Volltexte & Multimedia>>Sonstige Volltexte / Multimedia>>
    Verleger Nach dem Film
    Veröffentlichungsdatum2001
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmwissenschaft; Filmästhetik; Filmtheorie; Zeitschrift; Filmsoziologie
    Beschreibung "Welches sind die tieferen kulturellen Veränderungen, die sich aus der Verbindung von Video und Überwachung ergeben? Grammatik der Überwachung umfaßt drei grundlegende Texte, die das Feld der Anwendungen mit seinen unterschiedlichen Bereichen beleuchten. Thomas Y. Levin skizziert den Stand der technischen Möglichkeiten der Überwachung und seine Wechselwirkung mit den Darstellungen und Kontrollphantasien, die in den Massenmedien geprägt werden. Sein Fazit ist, daß der überwachende Blick seine abschreckende Wirkung verloren hat und zu einer 'Technologie des Selbst' umgedeutet wurde. Winfried Pauleit beschreibt die Videoüberwachung als eine Bildmaschine im Futur II: als Photographesomenon. Die Logik dieser Bildmaschine hat weitreichende Konsequenzen für die Konstitution zeitgenössischer Subjekte, wie auch für die Felder der Ästhetik und Wissenschaft. Thomas Weaver dekliniert die Struktur panoptischer Überwachung am Fall James Bulger. Er zeigt die genealogische Linie auf vom Panopticon zur heutigen videoüberwachten Shopping Mall und benennt dabei die Konsequenzen als Scheitern des Sicherheitskonzepts und als Theatralisierung des Verbrechens. Dispositive der Überwachung fragt nach den Anordnungen medialer Kontrolle in Fernsehen, Fotografie, bildender Kunst, Film und Internet. In Analogie zu den zwei Körpern des Königs (Kantorowicz) beschreibt Ralf Adelmann einen dritten Körper als 'body video' im Kontext Fernsehen. Als Beispiele dienen ihm die Ausstrahlung von Videobändern dreier Politiker: Hans Martin Schleyer, Bill Clinton und Joschka Fischer. Heather Cameron beschreibt aktuelle Kamera- und Satellitentechniken als Weiterentwicklung eines fotografischen Dispositivs. Sie kontrastiert ihre These mit den Strategien der Fotokünstler Steve Mann, Sophie Calle und Christian Boltanski. Christa Blümlinger skizziert modellhaft an einer Arbeit des Filmemachers Harun Farocki das zentrale Dispositiv von Videoinstallationen als Überwachungsanordnung. Marc Ries dagegen erläutert eine grundlegende Kontrollfunktion des Kinos an einem Film von Francis Ford Coppola. Eine Bannung des Überwachungswahns wird von ihm im sozialen Aspekt von Film und Kino in Aussicht gestellt. Eva Reinegger stellt schließlich Überlegungen zu den Dispositiven Webcam und Girl-Cam an. Subjektgeschichten versammelt reale und fiktive Fallbeschreibungen, die die Subjektkonstitution unter dem Kameraauge thematisieren. Christina von Braun schlägt einen Bogen von der Audiovisualität des Mittelalters (Artuslegende) bis in die Gegenwart (einem Fall aus der psychoanalytischen Praxis) und zeigt, wie sich die aktuelle Definiton von Geschlecht mit dem einseitigen Blick der technischen Sehgeräte verbindet. Eine mögliche Rückkehr zum Dialog deutet sich schließlich mit Jane Campions Film The Piano an. Sabine Nessel unterstreicht die Bedeutung des Videobandes in der Fallgeschichte Lortie (nach Pierre Legendre). Die Ausstrahlung der Videoaufzeichnung im Gerichtssaal initiiert eine Übertragungssituation, die derjenigen in der Psychoanalyse vergleichbar ist. Michaela Ott untersucht den Gebrauch von Videobildern im Film. Anhand von Cronenbergs Videodrom, Atom Egoyans Family Viewing und David Lynchs Lost Highway lotet sie sowohl die Ausweitung der Kontrollfunktionen der Videotechnologie als auch die Möglichkeiten zum subversiven Gebrauch aus. Jörg Metelmann entwickelt schließlich aus einer Filmerzählung Michael Hanekes einen kategorischen Video-Imperativ, der sich zu einem System jenseits humanistischer Kontrolle verdichtet." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturThomas Y. Levin: Die Rhetorik der Überwachung. Angst vor Beobachtung in den zeitgenössischen Medien; Winfried Pauleit: Videoüberwachung und postmoderne Subjekte. Ein Hypertext zu den Facetten einer Bildmaschine; Thomas Weaver: The Eye of the Genius. Notes on Bentham and the Bulger case; Ralf Adelmann: body natural / body video / body politic; Heather Cameron: Private Eyes, Public Eyes. Photography and the Surveillance Society; Christa Blümlinger: Dispositivwechsel. Zu Harun Farockis Installation Ich glaubte, Gefangene zu sehen; Marc Ries: Konversation mit Kontrolle; Eva Reinegger: Keeping Tabs on Girls and Cams; Christina von Braun: "Ceci n'est pas une femme". Blick und Berührung; Sabine Nessel: Zum Status der Videoaufzeichnung in Pierre Legendres: "Das Verbrechen des Gefreiten Lortie"; Michaela Ott: Videofilm im Film. Linearisierung oder Vervielfältigung des Bildes; Jörg Metelmann: Living on Video. Mediale Kontrolle und humanistischer Kontrollverlust: Eine Relektüre von Michael Hanekes Benny’s Video; Veronika Rall: Das Kino weiß mehr als die Philosophie. Klaus Theweleits Der Knall und Steven Spielbergs Minority Report; Johannes Pause: Die Flucht ins Nichts. Videobilder als Irritation von Identität in David Lynchs Lost Highway
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Beziehungen, Ausstrahlungen, Einwirkungen
    RVK FWAP 44400; AP 45000; AP 46600; AP 46700
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Historische, geografische, personenbezogene Behandlung; Personen
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher Bezugzeitlich übergreifend / unabhängig>>
    SpracheDeutsch