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  1. Nach dem Film No 1 : Das Kino bebt. Katastrophenfilm


    URL/Identifizierer http://www.nachdemfilm.de/content/no-1-das-kino-bebt
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Selbständige Veröffentlichungen>>; Elektronische Volltexte & Multimedia>>Sonstige Volltexte / Multimedia>>
    Verleger Nach dem Film
    Veröffentlichungsdatum1999
    Schlagworte FWKatastrophenfilm; Filmgenre; Filmgeschichtsschreibung; Filmwissenschaft; Filmtheorie; Zeitschrift
    Beschreibung "Das Beben beschreibt sowohl geologisch-tektonische Spannungsentladungen, wie auch spezifische Gefühlsbereiche des Menschen. Im Kino ist das Beben immer mit Spannungs- und Erregungszuständen verknüpft. Seit seiner Erfindung scheint sich das Filmbild, das auf einem Flickereffekt beruht, nicht nur aus Vibrationen zu generieren. Seine vielleicht wesentlichste Qualität besteht darin, die unterschiedlichen Gefühlsregister, Angst, Trauer, Freude, erotische Spannung bis auf ihre Höhepunkte zu treiben. Die Filmgeschichte ist reich an Spannungs-Episoden. Schon ein Kurzfilm der Brüder Lumière (Arrivée d'un train à la Ciotat, 1896) trieb die Spannung über das Maß hinaus, so daß einige Menschen fluchtartig den Saal verließen. Feinere Erregungszustände können über visuelle und akustische Lektüren im Innern der Zuschauer evoziert werden, wie z.B. in Viscontis La Terra Trema (1947/48), der das Beben zusätzlich im Titel führt. In Katastrophenfilmen kann man das Beben über die Bild- und Toneinwirkungen körperlich erfahren. Mit großem Aufwand imitiert dieses Filmgenre seit den 70er Jahren Flugzeugabstürze, Feuersbrünste, Erdbeben, Flutwellen und Wirbelstürme. Die Erschütterungen der Soundtechnologie (Sensurround) stehen den Auswirkungen eines Erdbebens seither kaum nach. Beim Filmereignis Earthquake (1974, dt. Erdbeben) erbebte nicht nur die Zuschauerschaft, sondern auch die Seismographen einiger Erdbebenwarten. Die Erregungsmetaphern der Presse überschlugen sich. Im belgischen Ostende mußte der Film sogar verboten und ein Kino geschlossen werden, weil einige ältere Häuser durch das Kinobeben vom Einsturz bedroht waren. Neben diesen handfesten Erschütterungen verzeichnen die 70er Jahre auch geistige Erdrütsche in der Filmtheorie. Mit der Publikation von Langage et Cinéma (Metz 1971) etablieren sich der 'Film als Text' und die 'kinematografische Schreibweise'. Sie lösen eine internationale Flut textueller Filmanalysen aus. In diesem Kontext wird ein Pamphlet zum Markstein feministischer Filmtheorie (Mulvey 1973) und ein Essay thematisiert zum erstenmal die Dimension des Zuschauers "Beim Verlassen des Kinos" (Barthes 1975). In den 90er Jahren gibt es erneut ein Kinobeben. Die erste Ausgabe von 'nach dem Film' setzt sich mit den Facetten dieses aktuellen Bebens auseinander. Sie beschäftigt sich mit den neuen Katastrophenfilmen (Armageddon, Titanic, Twister u.a.) und dem Erzittern der Zuschauerschaft (Scream). Die technischen Erschütterungen betreffen jetzt nicht mehr nur Bild und Ton in ihrer Wirkmächtigkeit, sondern die gesamte Filmproduktion und -distribution. Mit dem Siegeszug digitaler Technologie wird auch die Frage nach dem elektronischen Erinnerungsvermögen des (ehemals fotografischen) Mediums neu aufgeworfen. Das Kinobeben begleitet aber nicht nur die technischen und ökonomischen Globalisierungsschübe, es 'erzählt' auch von den psychischen und kulturellen (De-) Formationen in dem ihm eigenen Visual Discourse. Die Filmtheorie der 90er Jahre wendet sich flankierend einem neuen Paradigma zu, das jenes vom 'Film als Text' ersetzt und das Kinematografische als ein 'Ereignis' in sein Zentrum rückt." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturMichael Palm, Drehli Robnik: Leben auf der Titanic. Version 1.0 eines Kompendiums; Michaela Ott: Alle tausend Jahre wieder... Die Blockbuster-Projektion des globalen Jerusalem; Sabine Nessel: Zurschaustellung und Performanz. Visual Effects als Stars der Katastrophenfilme der 90er Jahre; James I. Deutsch: As the World Ends. Traditional Gender Roles in Apocalyptic Science Fiction Films of the Late 1990s; Judith Keilbach: Fernsehrezeption im Kino – Kinorezeption im Film; Christina von Braun: Die Dechiffriermaschine; Christina von Braun im Interview mit Connie Betz und Kathrin Peters; Tanja Visosevic: Tremors of postmodern spectatorship. Notes on David Lynch’s Lost Highway; Laura U. Marks: Low tech is how electrons remember; Nora Abdel Rahman: Cinerama oder eine kleine Geschichte vom ‘travelling sound‘ Visual Discourse; Welf Kienast: Virtual Virtuality; Winfried Pauleit: Filme und Standbilder kommentieren (feministische) Filmtheorie; Laura Mulvey, nachträglich; Drehli Robnik Remember Pearl Harbor! America Under Attack – ein Blockbuster als medienkulturelles Gedächtnis
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Spielfilm
    RVK FWAP 44400; AP 45000; AP 53970
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik; Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, Materialien, Verschiedenes; Historische, geografische, personenbezogene Behandlung; Personen
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher Bezugzeitlich übergreifend / unabhängig>>
    SpracheDeutsch