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  1. Fanzines : eine Arbeitsbibliographie


    URL/Identifizierer http://www1.uni-hamburg.de/Medien//berichte/arbeiten/0083_07.html
    QuellenartVerzeichnisse & Nachschlagewerke>>Bibliographien thematisch / personal>>; Elektronische Volltexte & Multimedia>>Aufsätze aus Zeitschriften / Sammelbänden>>
    UrheberVonderau, Patrick
    Verleger Universität <Hamburg> / Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft
    Veröffentlichungsdatum2007
    Schlagworte FWZuschauer; Publikum; Bibliographie
    Freie Schlagworte FW Fanzine
    Beschreibung "Fanzines (Kofferwort aus: „Fan“ und „Magazine“) sind selbstverlegte Medien, die von Fans für Fans hergestellt und vertrieben werden. Im Gegensatz zu professionell publizierten Prozines verstehen sich Fanzines als nicht-kommerzielle Ausdrucksform im Geiste des DIY (do it yourself), die von der emotionalen, subjektiven Auseinandersetzung mit dem sie thematisch bestimmenden Gegenstand hervorgebracht ist. Was sie eint, ist die Abgrenzung vom Mainstream des konventionellen Geschmacks und die Faszination am Marginalen, der sie sich von einem je eigenen Standpunkt widmen. Oftmals schreiben Hersteller von Fanzines aus einer spezifischen Szene heraus und nur für diese, was gelegentlich zu einer Spezialisierung ihrer Diskursform führt, die sie für andere unverständlich macht. Über Fanzines bilden sich Fangemeinschaften heraus, sie bilden gemeinsame Perspektiven innerhalb einer Szene, konstituieren eine ‚eigene Welt’, einen subkulturellen Bereich mit eigener Sprache und Bewohnern, ein –verse (ein Fan-Universum wie z.B.: Buffyverse). Seit den ersten Exemplaren in den 1930er Jahren erscheinen Fanzines in verschiedensten Formaten, Formen und Auflagen und erweisen sich als thematisch völlig heterogen. Es gibt sie in Auflagen zwischen 5 und 20.000 Stück, als Brief oder Zeitschrift, regelmäßig und unregelmäßig, mit einem Umfang zwischen 10 und 40 Seiten, als Produkt eines kleinen Kollektivs wie eines Individuums, in Großstädten wie auf dem Land, in den USA wie in Europa. 1997 ging man von der Zirkulation von ca. 10.000 Titeln mit durchschnittlich drei Lesern pro Ausgabe und 250 Ex. / Auflage aus. Seit den 1990er Jahren hat sich das Phänomen des Fanzines von seinen schon immer heterogenen Ursprungsszenen insbesondere im Bereich der Musik (Rock‘n‘Roll, Punk), des Sports (Fussball) und des Films/Fernsehens (SciFi) mehr und mehr emanzipiert und man spricht nun generell von Zines, um damit subjektive Ausdrucksformen in einer Vielzahl von Medien (Video, Internet, Audiokassette, CD-ROM, Wandzeitung, Print...) zu bezeichnen, die inzwischen weit mehr umfassen als Fankulturen: politische Zines (Anarchie, Sozialismus, Faschismus, Feminismus...), persönliche Zines (Perzines, Blogs, Egozines), Fringe Cultural Zines (Verschwörungstheorien etc.), Arbeitszines, Sexzines, literarische und Kunstzines usw. Zines sind i.d. Sinne keine alternativen Medien (wie die Alternaticpresse seit den 1960er Jahren), sondern autonome Medien (Justin Hoffmann), die – wie die Zines der Riot Girls – zu Medien der politischen Selbstermächtigung werden können. Einer Bibliographie sperren sich Zines ebenso wie der wissenschaftlichen Auseinandersetzung: Sie sind schwer zugänglich, bibliographisch meist nicht erfasst (und sperren sich durch Tricks wie rücklaufende Nummerierungen!), in Thema, Sprache, Szene und Person ‚verschlossen’. Nicht zuletzt sind sie schwer greifbar, weil sie durch verschiedenste Medien migrieren und einzelne Szenen transzendieren, so dass die Medienwissenschaft ebenso wie die Cultural Studies bislang wenig substantielle Forschung hervorgebracht haben. Die bisherige Literatur geht de facto meist von politischen Wertungen aus, die Zines einseitig als radikal demokratisch und partizipatorisch ausweisen, als Zeugnis einer Kultur des Widerstandes, Teil eines „vernacular radicalism, an indigenous strain of utopian thought“ (S. Duncombe in kritischer Abgrenzung). Dabei hat diese Form der Gegenkultur keinen nachweisbaren Einfluss auf den politischen Mainstream, im Gegenteil: Zines sind vom ‚Kommerz’ nicht zu trennen, sie sind Teil ökonomischer Kreisläufe und werden oftmals funktionalisiert, um der Unterhaltungsindustrie neue Nischenmärkte zu erschließen (wie etwa die Riot Girls)." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturBibliographisches Verzeichnis
    Themen FWFilm>>Bibliographien, Sammelschriften; Film>>Organisation, Beruf, Forschung; Film>>Filmpublikum
    RVK FWAP 40000; AP 42800; AP 57800
    DDC FWPhilosophie, Theorie, Ästhetik
    geographischer BezugBehandlung nach Gebieten, Regionen, Orten im Allgemeinen>>
    zeitlicher Bezugzeitlich übergreifend / unabhängig>>
    SpracheDeutsch
    Anmerkungen zur RessourceMedienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere ISSN 1613-7477 83 / 2007: Fanzines