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  1. Homosexualität in Hollywood


    URL/Identifizierer http://othes.univie.ac.at/7453/1/2009-11-09_0208292.pdf
    Identifizierer alternativhttp://othes.univie.ac.at/7453/ URL
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Hochschulschriften>>
    UrheberPreuß, Swenja
    Verleger Universität <Wien> / Fakultät für Sozialwissenschaften
    Veröffentlichungsdatum2009
    Umfang 118 S.
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmstar; Homosexualität; Zensur
    Freie Schlagworte FW Hollywood; Studiosystem; Gender Studies
    Beschreibung "Hollywood hat grundlegend dazu beigetragen, dass sich eine homosexuelle Identität überhaupt entwickeln konnte. Es hat große Filmstars kreiert, die wesentliche Vorbilder im Selbstfindungsprozess einer homosexuellen Subkultur wurden. Ihre Darstellung ließ oft genug Spielraum für homosexuelle Interpretationen und selbst die negative Stereotypisierung zu Zeiten des Production Codes, erlaubte den homosexuellen Zuschauern ihre Lesart. Doch diese Entwicklung hat vor allem aufgrund der Isolation und Sehnsucht stattgefunden, die Homosexuelle nach jedem noch so kleinen Zeichen und Hinweis zur Bestätigung homosexueller Erfahrungen hat hungern lassen. Gerade die Tatsache, dass es für das homosexuelle Publikum mittlerweile leichter geworden ist, homosexuelle Bilder zu sehen, sieht Vito Russo allerdings nicht nur positiv. Er behauptet: „Wir verlieren dadurch das Gefühl, zu einer geheimen Welt zu gehören, zu der niemand sonst Zutritt hat. Was wir durch das neue Kino, hauptsächlich durch die frei finanzierten Filme gewinnen, ist, dass heute vierzehnjährige Homosexuelle in Tulsa oder sonst wo ins Kino gehen können und nicht mehr glauben müssen, sie seien die einzigen Homosexuellen auf der Welt. Eine künftige Generation von Lesben und Schwulen wird diese geheime Welt gar nicht mehr kennen, und ich bin hin und her gerissen bei dem Gedanken, ob ich sie festhalten und bewahren oder lieber aufgeben möchte.“ Mag sein, dass die homosexuellen Bilder durch ihre Seltenheit besonderes Gewicht hatten und die Camp-Rezeption der Filme zu einer Mystifizierung geführt hat. Es ist aber fragwürdig, ob diese Umstände die Bildung einer homosexuellen Identität voran getrieben haben. Aktiv hat Hollywood die meiste Zeit nur feindselige oder lächerliche homosexuelle Bilder vermittelt. Es hat negative Klischees aufgebaut und beharrlich vorgeschrieben, was von Homosexualität zu halten ist. Einer Vielzahl homosexueller Schauspieler wurde „ein Leben verleugneter Vorlieben, Emotionen und Leidenschaften“ aufgezwungen - ein Leben im Versteck. Auch hier zeigt sich deutlich wieder der homosexuelle Zwiespalt: Wie schon erwähnt, repräsentiert der Star den Geschlechterdiskurs, aber er trägt auch zu seiner Entstehung bei. Man muss schon überlegen, wann sich das letzte Mal ein wirklich großer Hollywoodstar als schwul oder lesbisch geoutet hat. Dabei könnten gerade sie ganz entscheidend dazu beitragen, dass sich an der Situation des Verstecken-müssens etwas ändert. „Diejenigen, die in ihrem Versteck bleiben, setzen alles daran, um ihre verschlossene Tür fest zuzuhalten.“, schrieb Michelangelo Signorile in Queer America, „sie engagieren Anwälte, um sich zu schützen und jede Story über ihr schwules Leben im Keim zu ersticken. Oft heiraten sie und bekommen Kinder, um als Heteros zu erscheinen und ihr Geheimnis zu schützen. Manche engagieren Werbefachleute, um ihr Hetero-Image aktiv zu unterstützen.“ Wer für eine Hauptrolle bis zu 20 Mio. Dollar bekommt, muss beweisen, dass er die Summe wert ist und das bedeutet, dass er für fast jeden Kinozuschauer als Identifikationsfigur, Idol und Sexualobjekt herhalten muss. Homosexualität ist eine gleichbleibende Größe, doch wenn man die verschwindend kleine Zahl der heute offen schwul oder lesbischen Stars betrachtet, ist die Annahme, dass sich die Situation für homosexuelle Stars gebessert hätte, wohl eher Illusion. „Schauspielen heißt, jemand anderer zu werden. Und wer könnte geeigneter sein, ein erfundenes Leben vorzuleben, als ein Homosexueller?“" (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturEinleitung; Homosexualität; Sex und Kino; Star-Phänomen; Brokeback Mountain; Schlusswort; Bibliographie; Filmographie
    Themen FWFilm>>Beziehungen, Ausstrahlungen, Einwirkungen; Film>>Film in einzelnen Ländern
    RVK FWAP 46700; AP 47400; AP 47950; AP 59783
    DDC FWHistorische, geografische, personenbezogene Behandlung
    geographischer BezugNordamerika>>USA (Vereinigte Staaten von Amerika)>>
    zeitlicher Bezug21. Jahrhundert, 2000 – 2099>>2000 - 2009>>
    SpracheDeutsch