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  1. Die Interaktion von Traum- und Traumasequenzen in David Lynchs 'Eraserhead' und 'Mulholland Drive'


    URL/Identifizierer http://othes.univie.ac.at/4080/1/2009-03-10_0303169.pdf
    Identifizierer alternativhttp://othes.univie.ac.at/4080/ URL
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Hochschulschriften>>
    UrheberSulek, Nadja
    Verleger Universität <Wien> / Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
    Veröffentlichungsdatum2009
    Umfang 204 S.
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmanalyse; Regisseur; Filminterpretation -> Interpretation Film; Filmsprache -> Film Sprache; Filmpsychologie; Psychoanalyse; Traum
    Freie Schlagworte FW David Lynch
    Beschreibung "Eine Traumsequenz charakterisiert sich durch ein zentrales Thema bzw. einen Wunsch. Meist stellt Lynch dieses Zentraltopik innerhalb der ersten 15 Minuten der Filmdauer vor. Die Eröffnungsszene von 'Eraserhead' erzählt über die Bedeutung und Wichtigkeit der "Man in the Planet"-Figur. Er kontrolliert die Traumnarration außerhalb des Bewusstseins des Protagonisten (Henry Spencer). Er fungiert als Sprecher für das Publikum und weiters als Henrys Unterbewusstsein. Der Zuschauer wird dadurch angehalten, den Film als Trauminhalt zu verstehen, welcher nicht aus dem Bewusstsein der Hauptfigur kontrolliert und gesteuert wird. Der zentrale Punkt in dieser Erzählung ist eine wurmähnliche Gestalt, die Henry Spencers Traum dominiert. In Lynchs Werken bedeuten Schlaf und Träume Verneinungen und Unterdrückungen von Trauma und Realität. Traumsequenzen in 'Eraserhead' sind mit unkausalen Szenenhandlungen und unlogischen Weltordnungen verbunden. Zusätzliche Komponenten sind Tableaus und direkte erzählerische Traumreferenzen. Im Gegensatz zu 'Mulholland Drive', ist 'Eraserhead' nicht in zwei Story-Parts unterteilt. 'Mulholland Drives' erster Filmpart (120 Minuten lang) erzählt von einem Traum, der zwar als solcher ausgewiesen wird, trotzdem aber keine typischen Konventionen des Traumfilm-Genres wiedergibt. Das letzte Drittel des Films erzählt von einer sich vom Traum abhebenden Realität, die in ihrem fragmentarischen Stil traumartig wirkt. Der Wunscherfüllungsmoment des ersten Teils birgt die (sexuelle) Zusammenkunft von Betty und der amnestierten Rita. In der zweiten Phase des Spielfilms wird die zerstörerische Beziehungsgeschichte von der B-Schauspielerin Diane Selwyn (zuvor: Betty Elms) mit dem Hollywood-Starlet Camilla Rhodes (zuvor: Rita) erzählt. Traum- und Traumasequenzen sind in diesem Film hauptsächlich durch den Split in zwei Hauptfilmpassagen aufgeteilt: die Interaktion zieht die Grenzen. Trotz des Traumszenarios im ersten Teil wird durch stilistische Mittel und Erzählperspektiven immer wieder auf das "Wachleben" der Protagonistin und das tödliche Ende verwiesen. Der Rezipient wird durch die Methodik in Mulholland Drive dazu angehalten, eine ständige Diskussion und Re-Organisation von Traumcharakteristiken und "realistischen" Elementen vorzunehmen. Obwohl 'Eraserhead' und 'Mulholland Drive' (stilistisch) differenzierte Interaktionen von Traum- und Traumasequenzen aufweisen, schlüpft der Zuschauer in beiden Filmen in die Rollen des Träumers und Psychotherapeuten. Er muss bereits vorgeführte Szenen in seinem Erinnerungsvermögen wieder aufrufen und sich noch nicht gezeigtes Zukunftsmaterial des Films "ausmalen". Der Rezipient kreiert einen eigenen Zeit- und Raumkomplex aus den Filmbildern und löst ein Puzzlespiel, das die Anwendung der eigenen Intuition erfordert. Als Hauptprinzip sind Traumsequenzen in Lynchs Filmen mit Elementen des Traumas bespielt, egal ob sie nur als Vision im Kopf oder im Traumumfeld des Protagonisten verlagert sind. Die Conclusio von Lynchs Traumerzählungen ist das Scheitern der Filmfiguren, die in einer Fluchtaktion in den Traum von Traumamotiven verfolgt werden. Traumaauslöser werden unbewusst reproduziert und in Träumen abgespielt. Sobald Traumabilder aufscheinen und die Desillusionierung einsetzt, verlagert sich die Narration entweder in Binnentraum-Sequenzen oder in die vollständige Auflösung der Traumerzählung. Diese Arbeit enthält Standbilder aus folgenden DVD-Veröffentlichungen: Eraserhead (1977). Lynch, David (Regie). Originalfassung, DVD, 2005, 86', USA: Absurda. Mulholland Drive (2001). Lynch, David (Regie). Originalfassung, DVD, 2002, 145', USA: Universal." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturEinleitung; Traum- und Trauma im psychoanalytischen Kontext; Traum und Trauma im filmpsychologischen Kontext; Theoretische Ansätze zur Filmrezeption nach Peter Wuss – Wie funktioniert die Filmrezeption?; Traum und Trauma in David Lynchs Eraserhead und Mulholland Drive; Interaktion von Traum- und Traumasequenzen in Eraserhead und Mulholland Drive; Conclusio; Quellenverzeichnis; Anhang
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Theorie, Methodik, Didaktik; Film>>Inszenierung und Regie
    RVK FWAP 44983; AP 45200; AP 45600; AP 51223
    DDC FWHistorische, geografische, personenbezogene Behandlung; Personen
    geographischer BezugNordamerika>>USA (Vereinigte Staaten von Amerika)>>
    zeitlicher Bezug20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1970 - 1979>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1980 - 1989>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1990 - 1999>>; 21. Jahrhundert, 2000 – 2099>>2000 - 2009>>
    SpracheDeutsch