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  1. Ad oculos et aures : Presse, Radio und Film in der "Dritten Walpurgisnacht" von Karl Kraus


    URL/Identifizierer http://othes.univie.ac.at/4658/1/2008-12-17_9909495.pdf
    Identifizierer alternativhttp://othes.univie.ac.at/4658/ URL
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Hochschulschriften>>
    UrheberGanahl, Simon
    Verleger Universität <Wien> / Fakultät für Sozialwissenschaften
    Veröffentlichungsdatum2008
    Umfang 219 S.
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Literatur; Intermedialität; Nationalsozialismus
    Freie Schlagworte FW Karl Kraus; Machtergreifung
    Beschreibung "Meine Dissertation setzt sich mit dem Autor Karl Kraus nicht biografisch oder werkgeschichtlich, sondern typologisch auseinander. Ziel der Arbeit ist die Freilegung der geistigen Haltung, die dem Text "Dritte Walpurgisnacht" zugrunde liegt. Der Typus K. K. geht von einem Subjekt aus, dessen natürliches Denkvermögen in jener autonomen Urteilsbildung besteht, wie sie die Kantsche Erkenntnislehre bestimmt. Die "Dritte Walpurgisnacht" stellt diese Methode der Wahrheitsfindung, die intellektuelle Verarbeitung sinnlicher Daten auf Grundlage der Einbildungskraft, exemplarisch dar, wobei die Massenmedien als Erweiterungen der Sinnesorgane, namentlich der Augen und Ohren verstanden werden. Wer das "kakanische" Modell erfassen will, muss es jedoch mehr als zusammenfügen, nämlich systematisch nachvollziehen. Deshalb versucht meine Dissertation, die Frage zu klären, was 1933 in Wien ad oculos et aures, das heißt hier Zeitung lesend, Radio hörend und Kino besuchend über die nationalsozialistische Machtergreifung zu erfahren war. Im Rahmen der medienhistorischen Untersuchung kommen wesentliche Züge des Typus K. K. zum Vorschein. So erweisen sich jene Zitate aus Goethes "Faust" und Shakespeares "Macbeth", die mit Passagen aus Presseartikeln über eine "zweite Revolution" der Sturmabteilung der NSDAP verknüpft sind, als ein Diskurs über die Doppelnatur - die tierische Anlage und den moralischen Charakter - des Menschen. In der Beschäftigung mit der Rundfunkrede "Antwort an die literarischen Emigranten" von Gottfried Benn offenbart sich wiederum das "kakanische" Verständnis von Sprache als praktische Vernunft, als symbolischer Speicher der Werte einer Kultur, die über den Spracherwerb zu Verhaltensnormen werden. Mit dem Ausdruck "Metufa", einer Kreuzung aus dem Wort Metapher und dem Kürzel der deutschen Universum Film AG, bringt K. K. schließlich seine Medienkritik auf den Begriff: Was er den Journalisten vorwirft, ist ihre Unfähigkeit zur strengen Benennung der wahrgenommenen Realität, den Hang, künstlerische Mittel im Nachrichtengeschäft zu missbrauchen. Aus "kakanischer" Sicht mussten die Nationalsozialisten kein kollektives Bewusstsein entwickeln, sondern nur eine Masse von Menschen übernehmen, die nicht mehr in der Lage waren, selbst zu denken, weil die Öffentlichkeit seit Jahrzehnten von Zeitungen beherrscht wurde, die keine Tatsache ohne Meinung verbreiteten, also die Leser der Freiheit beraubten, die mitgeteilten Informationen eigenständig zu interpretieren, was zur Verkümmerung ihrer Fantasie geführt habe. Es handelte sich um die Vollendung eines Projekts, das in der "Dritten Walpurgisnacht" den Namen "Abklärung" trägt." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturVorwort; Eines Tages; Presse; Radio; Film; Letzten Endes; Quellen
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Beziehungen, Ausstrahlungen, Einwirkungen
    RVK FWAP 44400-AP 44999; AP 46700; AP 46800; AP 47400
    DDC FWHistorische, geografische, personenbezogene Behandlung
    geographischer BezugEuropa, Westeuropa>>Mitteleuropa, Deutschland>>Österreich und Liechtenstein>>
    zeitlicher Bezug20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1930 - 1939>>
    SpracheDeutsch