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  1. Populärer Film und der "Kampf gegen Schmutz und Schund" : Filmrezeption in Österreich zwischen Kontrolle, Identitätsfindung und Bildungsbemühen (1946 - 1970)


    URL/Identifizierer http://othes.univie.ac.at/8934/1/2009-10-27_8502909.pdf
    Identifizierer alternativhttp://othes.univie.ac.at/8934/ URL
    QuellenartElektronische Volltexte & Multimedia>>Hochschulschriften>>
    UrheberBlaschitz, Edith Roswitha
    Verleger Universität <Wien> / Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
    Veröffentlichungsdatum2009
    Umfang 377 S.
    Schlagworte FWFilmgeschichtsschreibung; Filmpolitik; Publikum; Zensur
    Freie Schlagworte FW Schmutz und Schund
    Beschreibung "Als offensichtliche Repräsentationen der Moderne werden populäre Medien – Romanhefte, illustrierte Zeitschriften und vor allem der Film – seit Beginn des 20. Jahrhunderts als „Schmutz und Schund“ stigmatisiert. In Österreich erreichen die Maßnahmen gegen „Schmutz und Schund“ nach 1945 ihren Höhepunkt. Der „Kampf gegen Schmutz und Schund“ wird in den ersten Nachkriegsjahrzehnten zur „res publica“ erklärt und der Versuch unternommen, über legistische Regelungen bzw. pädagogische Maßnahmen gegen den Konsum von populären Medien vorzugehen. Als besondere Gefahr, die das Volk in den (kulturellen) Niederganges führen kann, wurde die zunehmend präsente visuelle Kultur gesehen. Während man (bewegte) Bilder im streng reglementierten Bildungskontext ak¬zeptierte, erfuhren Unterhaltungsfilme strikte Ablehnung. Sie wurden beschuldigt, vor allem Jugendliche zu unmoralischen oder kriminellen Handlungen zu verleiten. Führend engagiert im Filmbereich war die katholische Kirche, die den Film als „machtvollstes“ Medium ansah. Im „Kampf gegen Schmutz und Schund“ wurde im Filmbereich zunächst auf Zensur, die ge¬sellschaftlich durchaus toleriert war, zurückgegriffen. Nach richtungsweisenden Urteilen des Verfassungsgerichtshofes 1949 und 1961 war jedoch Erwachsenenzensur nicht mehr möglich, und die Autoritäten beschränkten sich auf Filmverbote im Rahmen des Jugendschutzes. Diese indirekte Form von Zensur kann als kommunikativer Prozess zur Lenkung gesellschaftlicher Verhältnisse gesehen werden: Als Mittel zur kulturellen Sinn- und Identitätsstiftung, d.h. einer vorgegebenen Orientierung, die das „Richtige“ und das „Falsche“ benennt. Der „Kampf gegen Schmutz und Schund“ verdeutlicht die Bemühungen um Lösung einer krisenhaften Situation, wie sie sich nach 1945 in Österreich darbot. In einer Zeit des Entstehens neuer gesellschaftlicher Konstellationen und Machtverhältnisse stellt die Bekämpfung von „Verun¬reinigung“ den Versuch bildungsbürgerlicher bzw. katholischer Kreise dar, über Kontrolle bzw. eine Pädagogisierung des Lebens, die Gesellschaft nach ihrem „Geschmack“, d.h. ihren rückwärtsgewandten Werten, Vorstellungen von Sexualmoral und Arbeitsethik zu formen. Geprägt vom Massendiskurs, dem Scheitern der Ersten Republik, vom Erleben der NS-Zeit und des Kommunismus, d.h. aufgrund fehlenden Vertrauens in demokratische Prozesse, hiel¬ten Bildungskreise das österreichische Volk nicht für befähigt, ohne staatliche Intervention auch in private Bereiche ein funktionierendes Gemeinwesen aufzubauen. Gewalt, Sexualität und Realitätsflucht, als die Themen identifiziert, die dazu verführen, sich über gesellschaft¬liche Normen hinwegzusetzen, stehen auch nach 1945 im Zentrum der Auseinandersetzungen." (Information des Anbieters)
    Inhaltsverzeichnis/StrukturEinleitung; "Kampf gegen Schmutz und Schund" in Österreich: Schwerpunkt Filmchronologie der Ereignisse (1946-1970); Konzepte des "Kampfes gegen Schmutz und Schund"; Filmrezeption in Bildungskreisen nach 1945; Zusammenfassung; Literatur- und Quellenverzeichnis
    Themen FWFilm>>Biographie, Filmgeschichte; Film>>Beziehungen, Ausstrahlungen, Einwirkungen
    RVK FWAP 44920; AP 46700; AP 47400
    DDC FWHistorische, geografische, personenbezogene Behandlung
    geographischer BezugEuropa, Westeuropa>>Mitteleuropa, Deutschland>>Österreich und Liechtenstein>>
    zeitlicher Bezug20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1940 - 1949>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1950 - 1959>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1960 - 1969>>; 20. Jahrhundert, 1900 – 1999>>1970 - 1979>>
    SpracheDeutsch